Aktuell
Peter Gingold kommt nach Düren
von VVN-BdA Aachen - 12.4.2005 21:02

Peter Gingold, Bundessprecher der VVN-BdA, ist einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen und Widerstandskämpfer gegen die faschistische Diktatur.


Antifaschistischer Widerstand gestern und heute
Diskussionsveransstaltung
Peter Gingold, Bundessprecher der VVN-BdA
Dienstag - 19.04.2005 - 19.00 Uhr
Düren, KOMM Düren, August-Klotz-Str. 21

Das Besondere am Lebensweg der Gingolds sind die durchgängigen Diskriminierungen durch die jeweils herrschende deutsche Regierung: Zuerst wurde Peter Gingold als Jude im NS-Staat verfolgt und emigrierte im Herbst '33 nach Frankreich, wo er seine aus Rumänien stammende Frau Ettie Stein-Haller kennenlernte. In Folge des Einmarschs deutscher Truppen 1940 in Paris waren beide in der Resistance aktiv - mit allen Konsequenzen. Nach der Befreiung gingen Ettie und Peter nach Deutschland um ihre kommunistischen Ideale beim Aufbau der Nachkriegsgesellschaft einzubringen. Hier wurden sie wieder durch das Verbot der KPD 1956 zur Adenauer-Zeit in die Illegalität gezwungen. Von 1970-1974 mussten sie, die "sich als Staatenlose(r) im Widerstand um den Preis (ihres) Lebens für die Zukunft unseres Volkes eingesetzt hat(ten)" (Frankfurter Rundschau vom 16.8.1977), um die deutsche Staatsbürgerschaft kämpfen und diese gegen politische Widerstände gerichtlich durchsetzen.

Schließlich wurde noch ihre Tochter Silvia 1974 - auf der Grundlage des so genannten "Radikalenerlasses" - mit Berufsverbot als Lehrerin belegt, welches 1977 noch einmal gerichtlich bekräftigt wurde und bis heute nachwirkt.

Das Leben der Familie Gingold über Jahrzehnte unter Deutschen zeigt, wie schwer es ist, wenn man sich hier gegen Faschismus und Krieg einsetzt und den Weg des unangepassten Individuums mit Idealen gehen will.

Literaturhinweis: Karl Heinz Jahnke: Sie haben nie aufgegeben, Ettie und Peter Gingold - Widerstand in Frankreich und Deutschland, Pahl-Rugenstein, Bonn, 1998 - ISBN 3-89144-255-6

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