von Projekt Antifa - 17.1.2005 10:21
Hinweis: lest dazu auch die Gegendarstellung Maessens
Zu den Drohungen von Hubert Maessen (WDR) gegen projekt antifa veröffentlichen wir hier einen offenen Brief an Herrn Maessen.
Lieber Herr Maessen,
wie in allen unseren Berichten über Sie betont, respektieren wir ihr Recht auf Gegendarstellungen zu Ihnen nicht gefallenden Texten und Berichten. Wir würden uns wünschen, dass Sie diesem Recht durch eine Veröffentlichung ihrer (diesmal bitte vollständigen) Rede zum "Tag der Heimat" mit dem damit unzertrennlich verbundenen "Ostdeutschen Markt" in Düren nachkommen. Gerne veröffentlichen wir auch eine ergänzende Stellungnahme zu den damaligen Behauptungen der Antifa Düren in ihrem Bericht. Diesen Vorschlag haben wir schon in den vorhergehenden Berichten geäußert, Sie sind aber nie darauf eingegangen. Wir würden uns wünschen, das unsägliche Thema damit für beide Parteien annehmbar zu regeln.
Sollten Sie aber weiterhin wünschen, dass wir jegliche kritische Berichterstattung über Ihre Rede zum "Tag der Heimat" in Düren einstellen, dann sollten Sie sich bewusst sein, dass Pressefreiheit nicht nur Ihrem Arbeitgeber und Ihnen, sondern auch uns zusteht.
Es befindet sich keine der beanstandeten Behauptungen mehr als von Ihnen unkommentierte Behauptung auf unseren Webseiten.
Eine Dokumentation können Sie nicht verbieten, Sie müssen auch Ihnen unliebsame Meinungen und Kritik an Ihnen akzeptieren können, auch und insbesondere dies macht einen guten Journalisten aus.
Zu den Briefen möchten wir folgendes feststellen: Keiner der veröffentlichten Briefe war als "nicht zur Veröffentlichung bestimmtes Dokument" oder "intern" bezeichnet. Im Gegenteil:
- Durch ihre fortlaufenden Beleidigungen in den Briefen machten Sie deutlich, dass ihr Ziel nicht die einfache Löschung der beanstandeten Passagen ist, sondern vielmehr sind die Briefe eine inhaltliche Stellungnahme gegen Ihre (vermeintlichen) GegnerInnen. Ihre Stellungnahmen haben wir unzensiert, bis auf die Wiederholung der beanstandeten Passage, veröffentlicht.
- In Ihren Mails gaben Sie niemals einen Adressaten/ eine Adressatin an, verschickten diese an verschiedene Adressen von verschiedenen Gruppierungen, die mit dem besagten Bericht nichts zu tun hatten (wie es auch für Sie leicht erkennbar gewesen wäre). Dies ist ein weiterer Grund, weshalb der von Ihnen behauptete Status "intern" nicht greift.
- Desweiteren haben Sie ihren letzten Brief (Stand 20.11.) sogar an die Dürener Zeitung weitergeleitet, die nun wirklich in keinster Weise mit uns zusammenarbeitet oder zusammengearbeitet hat. Damit veröffentlichen Sie ihre Briefe nunmehr schon selber; dann können Sie uns das nicht verbieten.
Unser Ziel ist und war es nie, Menschen zu verleumden, sondern unseren LeserInnen die Möglichkeit zu geben, das Verhalten und die Ideologie der jeweiligen Personen bewerten zu können. Dies natürlich mit einem antifaschistischen Schwerpunkt, d.h. mit Schwerpunkt u.a. auf Kritik an revisionistischen Äußerungen, Ideologien, Strukturen und Personen.
Mit Äußerungen wie zur Strafe "nach Sachsen schicken", dem mehrfach von Ihnen verwendeten Vergleich von unserer Berichterstattung mit Nazi-Morden, mit fragwürdigen Begriffen wie "irre" und "schwachsinnig" oder mit ihrem Bundesliga-Vergleich sind ihre bisherigen Briefe leider nicht als inhaltlich oder gar journalistisch wertvolle Texte zu sehen, sondern erscheinen eher wie die plumpen Bedrohungen von Neonazis, die wir jeden Tag zu hunderten erhalten.
Ob Sie in uns DiskussionspartnerInnen sehen oder nicht, das bleibt Ihnen überlassen. Fakt ist: Wir werden Ihre Stellungnahmen weiterhin veröffentlichen, sollten sie von Interesse für den/die LeserIn sein, um ihre politische Position und/oder Glaubwürdigkeit einschätzen zu können.
Wenn Sie keine Kritik an sich wünschen, sollten Sie sich nicht auf derart kritikwürdigen Veranstaltungen wie dem "Tag der Heimat", in Düren als "Ostdeutschen Markt" zelebriert, als Redner betätigen, wohlwissend, dass dieses "Ostdeutschland" dem polnischen Staat zugehörig ist. Jeder Veranstaltungshinweis des BdV zum "Tag der Heimat" wies auf die Zusammengehörigkeit mit dem "Ostdeutschen Markt" hin, wir gehen davon aus, dass auch Sie das wussten.
Wir hoffen, dass Sie ihre derzeitige Position überdenken, und im Namen der Presse- und Meinungsfreiheit auch Kritik an sich akzeptieren. Wenn Sie den vollständigen Wortlaut Ihrer Rede an uns schicken möchten mit einer ernstzunehmenden Stellungnahme versehen, würden wir uns freuen.
Mit antifaschistischen Grüßen
projekt antifa
aachen@projekt.antifa.net
(Wir behalten uns ausdrücklich vor, zukünftig jede Email an uns zu veröffentlichen und/oder zu verbreiten)
PS: Wir möchten Sie desweiteren darauf hinweisen, dass unter uns nicht nur Menschen männlichen Geschlechts anzutreffen sind, wie Ihr immer währendes "Sehr geehrte Herren" vemuten ließe.
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