Aktuell
Hubert Maessen vs Projekt Antifa & Antifa Düren
von projekt antifa - 17.1.2005 10:11

Wir erhielten zum 09.11. eine Mail von Hubert Maessen, der sich über einen Bericht der Antifa Düren beschwerte, in dem er kritisiert worden war (wie Maessen sagt, mit frei erfundenen und falschen Aussagen), weil er auf dem "Tag der Heimat" in Düren, der mit dem "Ostdeutschen Markt" (Ostdeutschland steht hier für Polen, d.h. das Ostdeutschland des 3. Reiches, nicht etwa für z.B. Brandenburg) gefeiert (und beworben) wird, gesprochen hatte

Hinweis: lest dazu auch die Gegendarstellung Maessens



[projekt antifa:]
projekt antifa distanziert sich von allen Behauptungen die in dieser Sache gegen oder von Herrn Maessen getätigt wurden/werden. Diese Berichterstattung hier dient lediglich der Möglichkeit des/der LeserIn, sich ein eigenes Bild machen zu können.
Wir veröffentlichen die Briefe Maessens, um auch die Beleidigungen/Drohungen gegen uns und andere zu dokumentieren.
Wir respektieren Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit, und erwarten auch von Herrn Maessen, dass er dies tut.
weitere Anmerkung: Wir zitieren nicht die vollständigen Briefe Maessens, sondern nur die wichtigsten Passagen.



[projekt antifa:]
Zunächst möchten wir hier den Text von Maessen zitieren, als eine Art Gegendarstellung Maessens:

[Hubert Maessen:]

Sehr geehrte Herren,

auf der Website http://projekt.antifa.net/data/aktuell/140.html
[nach dieser Mail gändert; pa] wird unter der
Überschrift "von Antifa Düren - 18.10.2004 22:08 - Erklärung zum "Tag der Heimat" 2004 in Düren" von Ihnen folgendes verbreitet:

"Drittens: mit seiner Rede hat sich Hubert Maessen..." [Auf Wunsch Maessens der weitere Originalabschnitt hier nicht vohanden,
Der Abschnitt behauptete ursprünglich, dass Maessen die ausländerfeindliche Äußerung getroffen hätte, durch Hartz IV müssten Deutsche ins Ausland, weil zu viele Einwanderer nach Deutschland kämen. Desweiteren wurde behauptet, er würde die "Preußische Treuhand" ideologisch unterstützen. Außerdem hätte Maessen verbal Dürener Antifaschisten angegriffen.; pa]

Dazu stelle ich fest:
Ich habe in meiner dort erwähnten Dürener Rede nicht mit einem einzigen Wort gesagt, "junge Deutsche müssten ins Ausland gehen, weil wir zu viele Einwanderer haben". Diese Aussage ist von mir nicht gemacht worden, auch nicht sinngemäß, sie entspricht überhaupt nicht meiner Meinung. Der Vorwurf ist frei erfunden, verleumderisch, ehrenrührig und rufschädigend. Ich fordere Sie auf, die verleumderische Passage sofort von der Website zu entfernen. Wenn dies nicht bis heute 16.00 Uhr geschehen ist, werde ich den Rechtsweg beschreiten und auch auf Schadenersatz klagen.

Ferner habe ich nicht für die "Preußische Treuhand" Partei ergriffen. Auch diese Behauptung ist frei erfunden. Sie ist unverzüglich, spätestens bis zu der oben gesetzten Frist zu entfernen.
Ihre weiteren Ausführungen sind einfach nur dämlich-schweinisch, mit solchen Einlassungen und Wertungen disqualifizieren Sie niemanden, nur sich selbst.
Ich sage Ihnen: als Niederländer und praktizierender, wirklicher Antifaschist lasse ich mir solche Unverschämtheiten von offensichtlich (w)irren Dummköpfen nicht gefallen! Was hier von der Antifa-Düren getrieben wird, ist nahe bei Nazi-Methoden. Sie sollten sich schämen. Und sich dringend um Ihre politische Bildung kümmern.
[...; pa]


[projekt antifa:]
Es folgten weitere Mails:


[Maessen:]
Sehr geehrte Herren,
nach dem Erhalt meiner eMails können Sie sich nicht mehr auf "Nichtwissen" oder "Versehen" o.ä. herausreden. Sie handeln jetzt vorsätzlich. Fragen Sie Ihren Anwalt, was das bedeutet. Und denken Sie an den letzten Termin: heute 16 Uhr. Danach geht's für Sie unweigerlich ans Portemonnaie.
In diesem Sinne freundliche Grüße
[...; pa]
P.S.: Haben Sie übrigens bemerkt, was seit zwei Tagen mit http://www.pds-dueren.de passiert ist, nachdem die noch ärgeren Unsinn verzapft haben als Sie?



[Maessen:]
Sehr geehrte Herren,

es ist ja auch lustig, was Sie alles so treiben, um Ihren unsäglichen, wirrköpfigen Stuss nicht sang- und klanglos und vollständig beenden zu müssen. Wie verachtungswürdig das allerdings ist, das beweisen Sie auch mit Ihrer Feigheit, den Wortlaut* aus meiner Rede zu veröffentlichen, der Ihre abstrus-blödsinnige Verleumdung offensichtlich machen würde.
Aber, Spaß beiseite: ich fordere Sie jetzt letztmalig auf, meine Forderungen ohne Wenn und Aber und ohne weiteres Zieren zu erfüllen, inklusive umgehender Angabe der ladungsfähigen Anschrift der Verantwortlichen. Sie haben alles von der Website zu entfernen, was mich mit Ihren erlogenen Behauptungen in Verbindung bringt. Ich werde Sie ansonsten auch materiell (Schadenersatz etc.) saftig haftbar machen, verlassen Sie sich darauf. Mit der jetzigen aktuellen Fassung Ihrer Website http://projekt.antifa.net/data/aktuell/140.html umgehen Sie die Forderungen und machen Ihrem verleumderischen Tun nicht das gebotene Ende. [...; pa]

[Maessen:]
Sehr geehrte Herren, um 16.00 Uhr ist der von Ihnen leider zu meinem Schaden ins Netz gebrachte Unsinn von der Homepage Antifa.net verschwunden; wenn es dabei bliebe, könnte die Sache für mich erledigt sein. [...; pa] hoffentlich sind Sie wirklich zur Vernunft gekommen.
Dann fragen Sie sich mal abschließend, warum Sie Ihre (und meine) Zeit und Kräfte mit einem frei erfundenen verbohrten Stuss vergeuden, von dem es schon eine Frechheit ist, mir den darin liegenden Schwachsinn zu unterstellen. Schwachsinnig kann nur der sein, der Ihnen das erzählt und eingebrockt hat. Mein Rat: rausschmeißen oder zur Bewährung nach Sachsen schicken.
Sie hätten sich (uns!) dies alles durch eine minimale vernünftige Recherche ersparen können. Brauchen Sie Ihre Ressourcen nicht in einem klugen Kampf gegen Nazis und andere gefährlichen Extremisten? Können Sie sich solche abstrusen Spielchen leisten? Und denken Sie auch daran: Wenn man in der Bundesliga mitspielen will, dann muss man einfach besser sein, als Sie es zur Zeit sind.
[...; pa]


Die Rede Maessens - nach seinen eigenen Angaben
[Maessen:]
* Wortlaut Hubert Maessen in Dürener Rede zum "Tag der Heimat":
"Was wäre also der Dialog, von dem hier und heute die Rede sein soll? Es ist der Dialog über Heimat in Europa. Worüber wäre da zu reden? Was wäre zu klären? Gibt es Fragen zu Heimat? Gibt es Probleme? Muss etwas erörtert werden, muss man etwas tun? Ist Heimat aktuell?
Ja, und wie. Es gibt Probleme mit Heimat in Europa. Ganz aktuelle Probleme sogar. Probleme von heute und wahrscheinlich auch von morgen.
Zu uns kommen Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie dort, wo sie geboren sind, Not leiden. Weil sie einen Platz auf der Erde suchen, an dem es ihnen besser geht. Für viele ist das Europa, und vor allem auch immer noch Deutschland, das ja trotz der bitteren wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Land von Wohlstand ist, jedenfalls für Menschen aus der Dritten Welt und aus dem Osten.
Aber auch hier in der Bundesrepublik Deutschland verlassen Menschen ihre Heimat, ja sie werden von der Politik sogar ausdrücklich dazu angetrieben. Sie sollen flexibel sein, sagt Hartz-IV, sie sollen dahin gehen, wo Arbeit ist. Und das tun sie auch, jedenfalls viele Jüngere. Die neuen Bundesländer verlieren Menschen, auch das Ruhrgebiet hier in Nordrhein-Westfalen; die südlichen Bundesländer dagegen erleben Zuwanderung – auch aus deutschen Regionen.
Menschen in diesem immer noch reichen Land müssen ihre Heimat aufgeben, weil diese sie nicht mehr ernähren kann, weil woanders die Chancen größer sind, weil es keine gleichwertigen Lebensverhältnisse gibt, keine gleichen Chancen in Bochum und Bayern, in Görlitz und in Garmisch.
Heimat ist also ein Problem der Gegenwart. Nicht nur eins von gestern. Es ist ein Problem, dass unsere Politiker es nicht geschafft haben, in den neuen Bundesländern für alle Heimat zu erhalten, es auch nicht geschafft haben im Ruhrgebiet, wo von Strukturwandel viel gesprochen worden ist, jedoch unter der langen, langen Führung eines letzten Endes allzu konfliktscheuen Landesvaters und späteren Bundespräsidenten leider viel zu wenig geschehen ist."

[Presse:]
Anderslautende Presseberichte (Ausschnitte) zur Rede Maessens:

Dürener Nachrichten v. 18.10.2004, S. 9
Tag der Heimat mit Dialog und Protest
"[...; pa]
Festredner Hubert Maessen, Publizist und freier Journalist - unter anderem beim WDR-Hörfunk - bezeichnete die Demonstranten in Düren als «Gruppe merkwürdiger Menschen, Verwirrte, politische Extremisten». Er selbst habe keinerlei faschistisches Gedankengut, die Verfasser des der einstweiligen Verfügung zugrunde liegenden Flugblattes seien «irgendwie verstört». Ihm Kontakte zur NPD vorzuwerfen sei «eine Frechheit». Er habe es nicht nötig, sich von «dieser Bande Dummgeister» anpinkeln zu lassen.
In seiner eigentlichen Festrede bezeichnete Hubert Maessen die Vertreibung als epochales Verbrechen. «Natürlich hat Deutschland Polen überfallen, aber dieses Unrecht rechtfertigt in keinster Weise die Vertreibung der Deutschen.» Es seien auch Hitlergegner, unschuldige Kinder und Jugendliche vertrieben worden, eine partielle Menschlichkeit sei keine. «Die Polen und die Deutschen brauchen die ganze Ehrlichkeit und den ganzen Respekt für einander. Auch die Polen müssen ihre Schuld anerkennen.» Abschließend betonte Maessen, dass die Vertreibung der Deutschen immer noch ein brisantes Thema sei. Die Vertriebenen wollten mit Hilfe der Preußischen Treuhand den Rechtsweg gehen. Dabei ginge es nicht in erster Linie um materielle Entschädigung. Sondern darum, dass die Wahrheit endlich anerkannt würde.
"

Super-Sonntag-Bericht: noch mehr von der Rede, die im angeblichen "Wortlaut Hubert Maessen" auch nicht auftauchen:
"Hubert Maessen betonte, dass die Vertreibung der Deutschen nach langer Zeit wieder ganz aktuell sei. Viele in Deutschland wüssten gar nicht, was einmal Deutsch war und welches himmelschreiende Unrecht Abermillionen von Deutschen zugefügt wurde. Mallorca kenne man besser als Breslau, die Pop-Sängerin Britney aus Amerika sehr viel besser als den Philosophen Immanuel Kant aus Königsberg. Die Folge dieser Nicht-Bildung seien unter anderem solche Flugblätter, wie sie in Düren verteilt wurden. Wer den Faschismus studiert habe, der wisse, wie sehr die extreme Linke der Kommunisten, heute "Antifa", und auch von Fraktionen der PDS, mit den Nazis verwandt und verschwägert sei. "Auch hier in Düren. Eine Schande. Und politisch ekelhaft", so der Festredner.
[...; pa]
Auf aktuelle Fragen eingehend, betonte Hubert Maessen, das "im neuen gemeinsamen Europa heftig gestritten werden kann. Das Zentrum gegen Vertreibungen mit Sitz in Berlin, das brachte die erste Aufregung. Und dann die Preußische Treuhand, die Absicht von Vertriebenen, den Rechtsweg zu beschreiten, um für das Unrecht der Vertreibung entschädigt zu werden." Das zeige, dass Probleme nicht dadurch gelöst würden, dass man sie verdränge, verschweige und unter den Tisch kehre. "Dialog führen in Europa, das heißt ja auch: Nicht verschweigen, die Dinge beim Namen nennen, aussprechen, was ist." Leider sei von der Politik nichts mehr zu erwarten. Ihr sei das lästig, sie wolle die Vertreibung als erledigt zu den Akten legen, sie wolle für die deutschen Vertriebenen politisch nichts mehr tun. Das gelte nicht nur für Schröder, sondern das gelte quer durch die Parteien. Die Vertriebenen forderte er abschließend auf: "Bestehen Sie selbstbewusst und zuversichtlich auf Ihrem Recht und dem Anspruch auf Sühne, auf Heilung mit der Aussicht auf Versöhnung."

Super Sonntag v. 31.10.2004, S. 4


[projekt antifa:]
Wieso dies nicht in der Darstellung Maessens auftaucht, mag sich der/die LeserIn selbst erklären (wir werden sonst auch deswegen wieder angezeigt).
[projekt antifa:]

Auf die Löschung des besagten Paragraphen und der Versehung der Lücke mit "Zensur" (da dieser Paragraph ja nicht mehr existieren durfte) teilte uns Herr Maessen mit, (wir dürfen hier nicht zitieren):
Wir haben das Wort "Zensur" zu unterlassen, da es für einen Journalisten rufschädigend ist. Bis 16 Uhr von heute sollten wir dieses tuen.
Ausserdem sollten wir die Korrespondenz entfernen.


[projekt antifa:]
Dies (die Korrespondenz entfernen) werden wir nicht tun, da dies eine imminent wichtige Information für unsere LeserInnen ist, zu wissen, wieso Teile der Aussagen entfernt wurden. In seiner Erklärung legt Herr Maessen ja dar, wieso er die Aussagen für falsch hält. In Zusammenhang mit den Presseberichten und weiteren Stellungnahmen, lässt sich die politische Glaubwürdigkeit Maessens für jedeN LeserIn selbstverantwortlich erkennen.
Der Text ist also durch Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt,
Gegendarstellungen Maessens (solange sie nicht nur aus Beleidigungen bestehen) werden wir weiterhin veröffentlichen.

[projekt antifa:]

Dazu eine kurze Stellungnahme von den sehr geehrten Herren und nicht geehrten Damen von projekt.antifa.net:
  • Wir akzeptieren das Recht von Herrn Maessen auf eine Gegendarstellung und eine Kritik von Berichten. Diese haben wir oben veröffentlicht. Die betreffenden Passagen (mittlerweile der ganze Bericht) sind vorerst gelöscht.
    Genauso haben wir aber auch das Recht, die Beleidigungen von Maessen gegen uns und die Antifa Düren zu zitieren und zu kritisieren - was wir hiermit getan haben (Wir behalten uns vor Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Herrn Maessen zu stellen).
    Sollte Herr Maessen eine inhaltliche Diskussion wünschen, so sind wir dazu bereit, weitere seiner Emails unzensiert zu veröffentlichen.
  • Die Pressefreiheit deckt Meinungsäusserungen, aber sicherlich nicht falsche Aussagen. Aussagen die nach Behauptung Maessens falsch oder falsch verstanden waren, haben wir entfernt. Statt dessen haben wir hier einige Ausschnitte aus Presse und Maessens Gegendarstellung gesammelt, um die Möglichkeit zur objektiven Bewertungen der Behauptungen Maessens bzw. der Antifa Düren zu geben.
  • Wir veröffentlichen die Briefe von Herrn Maessen zur Information für LeserInnen von projekt.antifa.net, nicht um ggf. unwahre und oder verleumderische Behauptungen zu wiederholen oder uns zu eigen zu machen. Wir distanzieren uns deshalb vorsorglich von den Inhalten des besagten Berichtes und der Zitate.

[projekt antifa:]
Inhaltliche Aussagen:
  • Der Ostdeutsche Markt ist an sich schon eine gebietsrevisionistische Veranstaltung - Polen als Ostdeutschland zu bezeichnen entbehrt jeder Pietät gegenüber den Opfern des deutschen Nationalsozialismus und Vernichtungskrieg. Wer Polen Ostdeutschland nennt, der sieht Deutschland in den Grenzen von vor 1945.
    Um eine solche Veranstaltung (bzw. die Auftaktveranstaltung) zu besuchen - zumal als RederIn - bedarf es einer geschichtsvergessenen Ignoranz.
  • Dem BdV (Bund der Vertriebenen) Düren fehlt, um es nett zu formulieren, hin und wieder die klare Distanz zur rechtsextremistischen Szene (z.B. Naziredner)- eine einfache Suche unter google zum "Ostdeutschen Markt Düren" ergibt dies. JedeR RednerIn wird sich wohl soweit informieren können und sollen, um zu wissen, welche Kritikpunkte es am BdV gibt - wer sich dennoch als Redner zur Verfügung stellt, tut dies bewusst und in Akzeptanz mit der politischen Linie des BdV Düren.
  • Auf dem "Ostdeutschen Markt" befanden sich klar erkennbare Neonazis aus der Kameradschaft Aachener Land - mit Reichsadler ohne Hakenkreuz auch für den Laien zu erkennen, zu denen (Laien) wir Herrn Maessen sicherlich nicht zählen wollen. Eine Distanzierung von den Neonazis fand dennoch nicht statt.
  • Der Vorwurf "Nazi-Methoden" ist beleidigend und verharmlost SA und NSDAP - wer - unter Umständen fehlerhafte - Veröffentlichungen im Internet mit Morden und Einschüchterung der Nazis heute oder in der Weimarer Republik vergleicht, der spuckt auf die Gräber der vielen AntifaschistInnen und anderen Opfer in Deutschland sowie in den von den Deutschen besetzten Gebieten.

projekt antifa
sei hipp und mach mit