von Hubert Maessen - 17.1.2005 10:06
Zu dem Streit mit Projekt Antifa (siehe auch Übersicht), mittlerweile auch mit Indymedia, veröffentlichen wir hier auf Wunsch von Hubert Maessen, WDR, hin seine Gegendarstellung, bis auf die Streichung von Telefonnummern ungekürzt und original, desweiteren unkommentiert.
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach Rücksprache mit meinen Anwälten, darunter einem auf Internet-Recht spezialisierten, muss ich Ihnen mitteilen, daß Sie immer noch nicht eine rechtlich einwandfreie Veröffentlichung im Web, auf Ihrer Website zustandebringen.
Ich muss Sie zur Herstellung einer korrekten Darstellung dringend und letztmalig auf diesem Wege auffordern, zu einer Darstellung ohne Verleumdung und Üble Nachrede sowie Rufschädigung, die auch im Sinne von Schadenersatz relevant ist. Daß Sie den Versuch eines von Ihnen Verleumdeten, die Wahrheit herzustellen, als "Bedrohung" empfinden, sagt einiges über Ihr Verhältnis zum Recht und zur Integrität und Würde eines Menschen aus; zumindest ist es gestört.
Sie sind aufgefordert die falschen Passagen wahrheitsgemäß zu ändern oder zu entfernen, auch als Zitat und Zitat im, Zitat etc. Entgegen dem Rat meiner Rechtsanwälte wäre ich auch bereit, die ungekürzte, vollständige und unkommentierte Veröffentlichung dieses Schreibens an sofort sichtbarer Stelle, also oben, auf der inkriminierten Webseite zu akzeptieren.
Dies hat unverzüglich zu geschehen, spätestens bis heute Nachmittag, 24.11.2004, 16.00 Uhr.
Einen dritten Weg akzeptiere ich nicht. Sie haben damit eine faire Chance, rechtliche Schritte zu Ihren Lasten (auch gegen Antifa) zu vermeiden; ich mache Sie darauf aufmerksam, dass bei fortgesetztem Versuch, die Verleumdungen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet wird und nicht nur die verantwortliche "Antifa", sondern auch die Autoren und Urheber der Verleumdungen persönlich von meinen Anwälten belangt werden.
Dies gilt auch für Webseiten der cc-angeschriebenen Antifa. Sie ist hiermit aufgefordert, die dargelegten Verleumdungen auch auf ihren Hompepages restlos zu löschen oder dieses Schreiben ohne jede Verkürzung und Kommentierung an gut und sofort sichtbarer Stelle auf der betroffenen Homepage zu veröffentlichen.
Sie behaupten auf der Web-Seite
http://germany.indymedia.org/2004/11/99768.shtml
- Hubert Maessen, Journalist beim WDR, war Hauptredner auf dem diesjährigen
"Tag der Heimat" des Bund der Vertriebenen in Düren mit dem anschließenden
"Ostdeutschen Markt" ("Ostdeutschland" steht hier für Polen). Die Antifa
Düren kritisierte später in einem Bericht unter http://projekt.antifa.net
Maessen Rede. Maessen forderte einen Monat später Projekt Antifa auf, den
Bericht zu löschen. Projekt Antifa hat dies nur teilweise gemacht, also
droht Maessen dem Projekt Antifa nun mit existenzgefährdenden juristischen
Schritten.
Richtig ist, daß ich zum "Tag der Heimat" im Dürener Rathaus eine Rede
gehalten habe. Den "Ostdeutschen Markt" habe ich nicht besucht oder
besichtigt. Sie (bzw. die Provinz-Antifa) versuchen in primitivster Manier,
mir irgendeine Verbindung zu den dort gesichteten Neo-Nazis ans Bein zu
binden. Das ist eine unverschämte Frechheit und eine üble Manipulation. Ihre
historische und politische und geographische Bildung ist im übrigen
mangelhaft; haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum der
"Mitteldeutsche Rundfunk" so heißt, wie er heißt?
Die "Antifa Düren" hat meine Rede nicht kritisiert, sondern mit frei
erfundenen Zitaten und Behauptungen entstellt.
Ich habe diesem Treiben der politischen Bösartigkeit oder Dummheit nicht
einen Monat zugesehen, wie Sie suggerieren, sondern sofort reagiert, als ich
Kenntnis von der verleumderischen Veröffentlichung erhielt.
Ich bin dankbar für den Hinweis, daß die Verleumdungen und Rufschädigungen
einen Monat lang im Netz waren, dies ist für die eventuelle Klage auf
Schadenersatz und Schmerzensgeld eine nützliche Information.
Ich drohe nicht mit juristischen Schritten, sondern ich kündige sie an, wenn
Abhilfe gegen die verleumderische und Persönlichkeitsrechte verletzende
Kriminalität anders nicht möglich sein sollte. Ob das existenzgefährdend
ist, weiß ich nicht - aber bei wem liegt denn die Schuld daran? Und: Wie
wichtig ist denn die Existenz eines Vereins, der so agiert wie diese
verirrte und verwirrte paranoide Antifa?
- "Die Antifa Düren, der im Vorfeld per Strafandrohung von 50.000 Euro
untersagt wurde, ein BdV-kritisches Flugblatt zu verbreiten, veröffentlichte
nach dem diesjährigen "Tag der Heimat" eine Stellungnahme auf
projekt.antifa.net in der sie Maessen ausländerfeindliche Äußerungen vorwarf
(dem Bericht zufolge hatte Maessen behauptet, Vertreibungen seien durch
Hartz IV wieder in Gange - junge Deutsche müßten ins Ausland gehen weil
"wir" zu viele Einwanderer hätten) und ihm unterstellte für die "Preußische
Treuhand" (die versucht "deutsche Besitztümer" in Polen per Gericht
"zurück"-zuklagen) Partei ergriffen zu haben. Desweiteren hatte Maessen nach
Presseberichten gegen die örtliche Antifa als verwandt mit Neonazis gehetzt
("Eine Schande. Und politisch ekelhaft", Pressebericht s.u.). Auf dem Markt
fanden sich dann auch die ein, die eine solche Hetze gegen den politischen
Gegner auch gewaltsam zuende führen: Nazis mit den T-Shirts der KAL.
Mit der von einem Richter ausgesprochenen Strafandohung gegen die Antifa
Düren habe ich nichts zu tun; aber die ist ja meines Wissens erfolgt, weil
Antifa (und PDS-Kommunisten) nicht nur hinterher, sondern auch schon vorher
wahrheitswidrig gehetzt hat. Durch Einstweilge Verfügung hat ein
ordentliches Gericht dies untersagt. Das unterschlagen Sie, und das genau,
diese verlogene Methode, ist das zum Kotzen Typische an Ihrem unsäglichen
Agieren in dieser Angelegenheit.
Richtig ist, daß ich niemals ausländerfeindliche Äußerungen gemacht habe.
Das Zitat, das auch Sie jetzt wiederholen, ist frei erfunden. Ich bin selber
Ausländer (habe auch keinen deutschen Paß), schon von daher ist dieser
Vorwurf absurd, kompletter Schwachsinn. Ich habe in meiner Rede zum Thema
Arbeit und Heimat wörtlich (und nicht angeblich!) etwas völlig Anderes
gesagt:
"Was wäre also der Dialog, von dem hier und heute die Rede sein soll? Es ist
der Dialog über Heimat in Europa. Worüber wäre da zu reden? Was wäre zu
klären? Gibt es Fragen zu Heimat? Gibt es Probleme? Muss etwas erörtert
werden, muss man etwas tun? Ist Heimat aktuell?
Ja, und wie. Es gibt Probleme mit Heimat in Europa. Ganz aktuelle Probleme
sogar. Probleme von heute und wahrscheinlich auch von morgen.
Zu uns kommen Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie dort, wo sie
geboren sind Not leiden. Weil sie einen Platz auf der Erde suchen, an dem es
ihnen besser geht. Für viele ist das Europa, und vor allem auch immer noch
Deutschland, das ja trotz der bitteren wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein
Land von Wohlstand ist, jedenfalls für Menschen aus der Dritten Welt und aus
dem Osten.
Aber auch hier in der Bundesrepublik Deutschland verlassen Menschen ihre
Heimat, ja sie werden von der Politik sogar ausdrücklich dazu angetrieben.
Sie sollen flexibel sein, sagt Hartz-IV, sie sollen dahin gehen, wo Arbeit
ist. Und das tun sie auch, jedenfalls viele Jüngere. Die neuen Bundesländer
verlieren Menschen, auch das Ruhrgebiet hier in Nordrhein-Westfalen; die
südlichen Bundesländer dagegen erleben Zuwanderung – auch aus deutschen
Regionen.
Menschen in diesem immer noch reichen Land müssen ihre Heimat aufgeben, weil
diese sie nicht mehr ernähren kann, weil woanders die Chancen größer sind,
weil es keine gleichwertigen Lebensverhältnisse gibt, keine gleichen Chancen
in Bochum und Bayern, in Görlitz und in Garmisch.
Heimat ist also ein Problem der Gegenwart. Nicht nur eins von gestern. Es
ist ein Problem, daß unsere Politiker es nicht geschafft haben, in den neuen
Bundesländern für alle Heimat zu erhalten, es auch nicht geschafft haben im
Ruhrgebiet, wo von Strukturwandel viel gesprochen worden ist, jedoch unter
der langen, langen Führung eines letzten Endes allzu konfliktscheuen
Landesvaters und späteren Bundespräsidenten leider viel zu wenig geschehen
ist."
Ich habe nicht für die Preußische Treuhand "Partei ergriffen".
Sie versuchen den Eindruck zu erwecken, auf Grund meiner Rede ("dann auch")
hätten sich die eingefunden, "die eine solche Hetze gegen den politischen
Gegner auch gewaltsam zuende führen: Nazis mit den T-Shirts der KAL." Das
ist genau die Methode, die diese Antifa mit den Methoden der Nazis und der
Kommunisten in der Weimarer Republik gemein hat; gehetzt haben Antifa und
Dürener Rats-Kommunisten in der PDS, bevor überhaupt auch nur ein Wort von
mir gesprochen war, und sie setzen es fort, indem sie eine Rede, indem sie
Zitate erfinden, die ihnen in den politischen Hohl-Kopf passen.
Ich habe deshalb in meiner Dürener Rede folgendes wörtlich gesagt:
"Es ist ein Flugblatt in Umlauf gebracht worden, für das eine »Antifa Düren«
und eine »Offene Liste der PDS« verantwortlich zeichnen.
Dort ist über den heutigen »Tag der Heimat« des Bundes der Vertriebenen
geschrieben worden von einem »braunen Spektakel«, von einem »rechtsextremen
Verein«, es fallen die Wörter »Holocaustleugner« und »NPD-Freunde«.
Auch meine Person findet die unerbetene Erwähnung in diesem Pamphlet
offensichtlich verstörter Verfasser. Wörtlich die infame, die dreiste
Bemerkung über mich: »Zwar sind über den diesjährigen Hauptredner, den
Journalisten Hubert Maessen, keine Verbindungen zur neofaschistischen Szene
bekannt. Seine geschichtsrevisionistischen Äußerungen – wie jüngst in der
WDR 4 Sendung 'Zur Sache' vom 2.08.2004, lassen auch vom diesjährigen Redner
nicht-tolerierbare Töne erwarten.« Zitat Ende.
Ich will diesen Herrschaften an dieser Stelle nur mal zwei Dinge dazu sagen,
damit aus der Sache ein Dialog wird.
Erstens habe ich Ende der 60er Jahre zusammen mit anderen Autoren die erste
kritische, wissenschaftliche Analyse der NPD als einer neofaschistischen
Partei in Buchform herausgebracht. Wer sich wissenschaftlich und gründlich
mit diesem Thema befasst, der weiß das.
Zweitens: ich bin, das ist nicht allgemein bekannt, niederländischer
Staatsbürger. Ich bin das von Geburt und ich bin das überzeugt: Bei mir gibt
es keine doppelte Staatsbürgerschaft. Um es mal so zu sagen: Ich bin stolz
ein Niederländer zu sein.
Ein Teil der Familie war schon im Dritten Reich in Deutschland, der
Großvater war aus Roermond eingewandert. Als die Nazis Holland überfielen,
da wurde mein Vater in Düsseldorf abgeholt und in ein Lager gebracht, als
Geisel für die Familie, damit sie sich in dieser Kriegssituation ruhig
verhielt.
Das war kein Vernichtungslager, aber mein Vater war in einem Nazi-Lager; er
hat dort auch eine Nummer bekommen. Nicht eintätowiert wie bei den Juden,
sondern auf einem Pappschild, das am Arm zu tragen war. Dieses Schild gibt
es heute noch, es ist in meinem Besitz. Ich bin auch durch diese familiäre
Erfahrung ein überzeugter Antifaschist geworden und bin das bis heute. Aber
noch mehr: Ich bin empfindlich in Fragen von Gerechtigkeit, von
Unmenschlichkeit und Unterdrückung. Ob von rechts oder von links, ob von
oben oder von unten. Ich habe es nicht nötig, mich von dieser dummdreisten
Bande hier in Düren anpinkeln zu lassen – verzeihen Sie mir das deutliche
Wort."
Lassen auch Sie sich das gesagt sein. Überdenken Sie mal Ihre Rolle, als
blindwütige deutsche Verfolger. Antifa kann sich ja jeder nennen,
antifaschistisch sein, ist noch was ganz Anderes, das müssen Sie anscheinend
erst noch lernen. Dass ein Kommunist von der PDS dabei ist, ein Herr Lothar
Böling, das ist politisch wirklich eklig; die stehen schließlich in der
Ahnenreihe der anderen, der stalinistischen Menschenschinder und
Völkermörder.
- "Unter Berufung auf die Presse- und Meinungsfreiheit hat Projekt Antifa
diese Forderungen zurück gewiesen, hat aber Maessen zum wiederholten Male
angeboten, eine Gegendarstellung z.B. mit dem vollständigen Wortlaut auf
projekt.antifa.net zu veröffentlichen."
Dies ist falsch; das hat mir Projekt "Antifa" nicht wiederholt angeboten.
Projekt Antifa hat keinerlei persönlichen Kontakt mit mir aufgenommen und
kein einziges meiner inzwischen zahlreichen eMails beantwortet. Keins! Nein,
sie versuchen, sich hinter Anonymität des Netzes zu verstecken, ganz im
Gegensatz zu mir. Zur Verleumdung und politischen Dämlichkeit oder
Bösartigkeit (oder beidem) kommt also noch bodenlose Feigheit der Lügner.
Außerdem, machen Sie sich das klar oder fragen Sie Ihren Anwalt, gehört es
nicht zur Presse- und Meinungsfreiheit, Verleumdungen zu erfinden und zu
verbreiten.
Ihre Darstellung im übrigen ist der ungekonnte Versuch, Recht zu behalten,
wo Sie (oder Antifa) kein Recht haben, ist der peinliche Eiertanz, Ihre
Verleumdungen zu übertünchen und Ihre im Sinne von Wahrheit, politischer
Redlichkeit und Achtung der Menschenwürde verantwortungslose und völlig
verfehlte Aktion armselig zu rechtfertigen. Erfolglos. Sie verraten selber
das, wofür Sie angeblich gegen Faschisten stehen.
Wenn Sie es wünschen, können Ihre Anwälte gern Kontakt mit meinen Anwälten
aufnehmen. Schicken Sie mir eine eMail, falls Sie Adresse wünschen.
Hochachtungsvoll
Hubert Maessen
Fon: +49 2056 ******
Fax: +49 2056 ******
www.hubertmaessen.de
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