von Antifa Düren - 5.11.2004 23:03
Brandanschlag in Jülich: Antifa Düren fordert lückenlose Aufklärung +++ Der Neonazi-Aufmarsch am Sonntag muss verhindert werden! +++
12. 11. 2003: Brandanschlag in Jülich: Antifa Düren fordert lückenlose Aufklärung
In Jülich ist am Dienstag Morgen ein Brandanschlag auf einen türkischen Imbiss verübt wurden. Die zwei Molotow-Cocktails prallten glücklicherweise an der Fensterscheibe ab, ohne weiteren Schaden anzurichten.
Die Antifa Düren verurteilt diesen Anschlag aufs Schärfste. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werde, hieß es in der lokalen Presse. Vor solchen Angriffen waren Antifaschisten aus dem Kreis Düren schon seit Jahren. Im Kreisgebiet ist die neonazistische "Kameradschaft Aachener-Land" (KAL) aktiv, die nach dem Vorbild der "Kameradschaft Süd" aus München organisiert ist, die jüngst durch die vereitelten Sprengstoffanschläge in den Schlagzeilen war. Bereits am 5. März 2002 berichteten die "Aachener Nachrichten" ausführlich über die "Kameradschaft Aachener-Land". In dem Artikel wird ein Aussteiger mit den Worten zitiert: "In der Gruppe ist mehrfach darüber gesprochen worden, türkische Imbissbuden anzugreifen, sie zu zerstören und abzufackeln". Insofern kann der gescheiterte Anschlag in Jülich nicht überraschen.
Ein Anhänger der KAL wurde bereits wegen einer Morddrohung gegenüber einem Antifaschisten verurteilt. Aus dem Umfeld der Gruppe wurde ein vorgetäuschter Milzbrand-Anschlag auf die Jüdische Gemeinde in Aachen verübt, der in der Wohnung eines Dürener Neonazis vorbereitet wurde. Der Antifa Düren liegen zudem Informationen vor, dass militante Neonazis verstärkt versuchen, in Jülich Fuß zu fassen.
Wir erwarteten eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls in Jülich. Der Staatsschutz soll die Informationen über die Neonazi-Szene in der Region endlich öffentlich machen.
Ein Skandal ist, dass die "Kameradschaft Aachener-Land", eine Gruppe voller krimineller Energie, am kommenden Sonntag mit Segen des Landrats Wolfgang Spelthahn (CDU) auf dem Soldatenfriedhof in
Hürtgenwald-Vossenack einen Aufmarsch abhalten dürfen. Die Neonazis wollen dort der Wehrmacht und Waffen-SS huldigen. Dabei wäre es ein leichtes für Spelthahn, der als Kreisvorsitzender des "Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge" (VDK) das Hausrecht auf dem Soldatenfriedhof ausübt, per Hausverbot den braunen Spuk zu verhindern. Dieses müsste auch für alle möglichen Ausweichorte (z. B. Soldatenfriedhof Hürtgen, Marienbildchen bei Merode) erfolgen. Wie der Presse zu entnehmen ist, sind solche Maßnahme nicht beabsichtigt. Dies bedeutet für die Neonazis Ansporn zu weiteren Verbrechen.
Aus solcher Untätigkeit ist nur zu schließen, dass der VDK Sympathien für neonazistisches Gedankengut pflegt.
Wir rufen weiterhin auf:
Zivilcourage zeigen gegen Neonazi-Terror! Lasst uns gemeinsam den Aufmarsch verhindern!
Treffpunkt für Antifaschisten:
Sonntag, 16. November 2003, 9 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Soldatenfriedhof Hürtgenwald-Vossenack.
Antifa Düren, 12. 11. 2003
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