von Antifa Düren - 5.11.2004 23:02
Presseerklärung der Antifa Düren zum Volkstrauertag 2003.
Am kommenden Sonntag (Volkstrauertag) wollen Neonazis der „Kameradschaft Aachener-Land“ auf dem Soldatenfriedhof in Hürtgenwald-Vossenack aufmarschieren, um ihre menschenverachtenden Parolen zu verbreiten. Die Gruppe ist nach dem Vorbild der „Kameradschaft Süd“ um Martin Wiese aus München organisiert, die jüngst durch die vereitelten Sprengstoffanschläge in die Schlagzeilen geriet. Auch die „Kameradschaft Aachener-Land“ schreckt vor terroristischen Aktionen nicht zurück: aus ihrem Umfeld wurde ein vorgetäuschter Milzbrand-Anschlag auf die Jüdische Gemeinde in Aachen verübt. Ein Anhänger der Gruppe wurde wegen einer Morddrohung verurteilt. Erst nachdem antifaschistische Gruppen Alarm geschlagen haben, räumte Landrat Wolfgang Spelthahn gegenüber Radio Rur ein, dass ihm eine Anmeldung seitens der Neonazis vorliegt. Die Rechnung, den braunen Spuk geheim zu halten, ist also Dank der Wachsamkeit Dürener Antifaschisten nicht aufgegangen. In einem Offenen Brief wurden sowohl Landrat als auch der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ (VDK) aufgefordert, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und den Neonazis den Zugang zur Friedhofsanlage zu verwehren. Stattdessen will der Landrat nun laut Radio Rur in den nächsten Tagen zur Nichtteilnahme an der Neonazi-Veranstaltung aufrufen. Dieser Aufruf wird allerdings ins Leere laufen, und soll es wohl auch, denn kein Neonazi wird dieser Aufforderung Folge leisten. Das vom Landrat empfohlene „Wegschauen“ ist völlig inakzeptabel, denn eine solche Haltung hat unter anderem dazu geführt, dass 1933 die Nazis an die Macht kamen und millionenfache Verbrechen begehen konnten. In zahlreichen Städten haben am vergangenen Sonntag Menschen anlässlich des Jahrestags der Reichspogromnacht an die Verbrechen der Nazis erinnert. Die mehreren hundert Teilnehmer in Düren waren sich einig, dass die Lehre aus der Geschichte nicht wegschauen heißen kann, sondern konsequentes Eintreten gegen alte und neue Nazis lautet.
Wir fordern Landrat und den VDK daher erneut auf, den Neonazis Hausverbot zu erteilen und dieses dann konsequent durchzusetzen. Unsere Hoffnungen in diese Richtung sind allerdings sehr begrenzt.
Wir rufen daher auf: kommt am Sonntag nach Hürtgenwald-Vossenack und verhindert den Naziaufmarsch.
Denn: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Treffpunkt für Antifaschisten ist weiterhin am 16. 11. 2003 um 9 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Soldatenfriedhof Hürtgenwald-Vossenack. Mögliche Änderungen und aktuelle Informationen werden auf dieser Homepage bekanntgegeben.
Antifa Düren, 11. November 2003
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