von Antifa Düren - 5.11.2004 23:02
Jedes Jahr zum Volkstrauertag marschieren neofaschistische Gruppen auf dem Ehrenfriedhof in Hürtgenwald-Vossenack (Kreis Düren) auf, um für ihre "Helden", die verbrecherische Wehrmacht und Waffen-SS zu demonstrieren.
Unter den Teilnehmern waren in den letzten Jahren Mitglieder von NPD und so genannten "Freien Kameradschaften", den Nachfolgeorganisationen der verbotenen FAP, Organisationen voller krimineller Energie, die auch vor Attentaten nicht zurückschrecken, wie das Beispiel der "Kameradschaft Süd"
in München gezeigt hat.
Sie knüpfen an das offizielle Gedenken von Städten, Gemeinden und dem "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" (VdK) an und gehen darüber hinaus. Bezugspunkt ist die Wehrmacht, die als Opfer dargestellt wird, in Hürtenwald-Vossenack dabei noch als "siegreich", weil die amerik-anischen Truppen noch weit mehr tote Soldaten zu ver-zeichnen hatten. Niemand kommt
auf die Idee, das Sterben im Hürtgenwald als das zu sehen, was es war: die faschistische Führung verheizte Tausende von Menschen für den Plan, den bereits vollkommen verlorenen Krieg mit einem neuen Bündnis mit den Amerikanern gegen die UdSSR zu beenden.
Nur vor dem Hintergrund laufender Verhandlungen mit den USA in der neutralen Schweiz ist diese "letzte Aufbegehren" erklärbar. Es sollte ein Angebot für die Zusammenarbeit nach dem Kriegsende werden und wurde es ja auch,allerdings mit Verspätung (Kalter Krieg). Die offiziellen Feierlichkeiten wollen von der Verantwortung für Faschismus und Krieg ablenken, indem sie alles und jeden zum Opfer stilisieren. Die Neonazis setzen darauf noch ihren "Heldenmythos", der aus dem sinnlose Verrecken im Hürtgenwald noch etwas "vorbildhaftes" macht.
Wir fordern, dass Naziaufmärsche grundsätzlich verboten werden, also auch in Vossenack.
Wir akzeptieren nicht, dass dort die Verbrechen des Naziregimes und seiner Wehrmacht verharmlost und geleugnet werden. Wir protestieren dagegen, dass den Neonazis von den Hausherren, dem "Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge" und dem Kreis Düren Raum für ihre militaristische Propaganda gewährt wird. Diese Forderung wurde den Verantwortlichen schriftlich mitgeteilt.
Wir rufen auf zur kritischen Teilnahme am Volkstrauertag, um uns davon zu überzeugen, dass unsere Forderung erfüllt wird.
Treffpunkt für Antifaschisten:
16. 11. 2003, 9 Uhr, Parkplatz vor dem Soldatenfriedhof
Hürtgenwald-Vossenack (Kreis Düren).
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