von Antifa Düren - 5.11.2004 23:00
Mit Entsetzen hat die Antifa Düren die Berichterstattung über den Sprengstoff- und Waffenfund bei Mitgliedern einer Münchener Neonazi-„Kameradschaft“ zur Kenntnis genommen.
„Erneut wurde damit die Gefährlichkeit der Neofaschisten bewiesen“, so der Antifa-Sprecher Martin Graubenden.
Mit großer Sorge beobachte man die Entwicklungen in der hiesigen Neonazi-Szene. Ähnlich wie in München seien die Rechtsradikalen in einer so genannten „Kameradschaft“ (Kameradschaft Aachener-Land) organisiert, deren Anführer unter anderem in Düren und Langerwehe wohnten. Rechten Nachwuchs rekrutiere die Gruppe vor allem in Langerwehe, Inden und Düren.
Die Bereitschaft zu terroristischen Aktionen habe die „Kameradschaft Aachener-Land“ bereits bewiesen, als aus deren Umfeld ein vorgetäuschter Milzbrand-Anschlag auf die Jüdische Gemeinde in Aachen verübt wurde. Der hierbei verwendete Briefumschlag wurde in der Wohnung eines Dürener Neonazis übergeben, wie ein Gerichtsprozess gegen einen Rechtsradikalen aus Würselen zu Tage förderte. Außerdem sollen sich die hiesigen Neonazis Waffen aus den Niederlanden beschafft haben und Wehrsportübungen abhalten. In der Gruppierung wurde darüber diskutiert, türkische Imbissbuden anzugreifen und abzubrennen (Vgl. Dürener Nachrichten vom 5. März 2002).
Vor diesem Hintergrund müsse die Bedrohung durch die örtlichen Neonazis ernst genommen werden. „Auch wenn es sich nur um einen kleinen Personenkreis handelt, muss man von einer hohen Gewaltbereitschaft ausgehen, die bis zu Mord und terroristischen Aktionen reichen kann“, so Martin Graubenden. (Anmerkung: seit Anfang der 1990er Jahre würden in Deutschland weit über 100 Menschen durch Neonazis ermordet).
Die Antifa Düren ruft alle Menschen zur verstärkten Wachsamkeit und Engagement gegen Rechts auf. Aufklärung und das konsequente Eintreten für Demokratie können einen Beitrag dazu leisten, der neofaschistischen Ideologie den Nährboden zu entziehen.
Antifa Düren, 11. 9. 2003
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