von Antifa Düren - 5.11.2004 22:36
Mit seiner Äußerung, die Proteste von Antifaschisten gegen die Zusammenarbeit des BdV- Kreis Düren mit Neonazis sei ein Dürener Bazillus, hat der Kreisvorsitzende des BdV Weschke einmal mehr deutlich gemacht, dass die Proteste der Antifa dringend notwendig sind. Wes Geistes Kind muss jemand sein, der die Wahrnehmung eines demokratischen Grundrechts als Bazillus bezeichnet? Dass den engagierten Menschen am Antifa-Tisch von Besuchern des "Ostdeutschen Marktes" voller Hass entgegengeschleudert wurde, dass sie wie bei "Adolf ausradiert gehören", ist da nur folgerichtig.
Und wenn diesen Leuten von Seite des Bürgermeisters und seines Anhangs der große Bahnhof bereitet wird, so ist dies eine gefährliche Entwicklung. Wie unbedarft, dumm oder vielleicht auch gefährlich ist eigentlich Landrat Wolfgang Spelthahn, wenn er dem Nazifreund Weschke bescheinigt, sein Verhalten sei „ohne Fehl und Tadel"?
Hat er etwa schon vergessen, dass selbst er im letzten Jahr nicht übersehen konnte, das Weschke einen Neonazi als Festredner zum "Tag der Heimat" nach Düren eingeladen hatte. Oder warum hatte er 2001 seine Schirmherrschaft über diesen Tag zeitweise zurückgezogen?
Weschkes ungeheuerliche Aussage "die Vertreibung und Ermordung der Deutschen aus den Ostgebieten ist das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte" ist eigentlich der Beweis dafür, dass der Landrat mit seiner Aussage über Weschke voll daneben lag.
Auch diese Äußerung Weschkes, die der Leugnung, zumindest aber der Verharmlosung des Holocaust und der anderen Verbrechen Nazideutschlands gleichkommt, zeigt sein wahres Gesicht.
Und da behaupten doch immer noch welche, der BdV sei ein harmloser Trachtenverein. Hierbei sei nur am Rande erwähnt, dass auf dem „Ostdeutschen Markt“ Broschüren verteilt wurden, in denen die Oder-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze nicht anerkannt wurde und die ehemaligen Ostgebiete als unter „polnischer und russischer Verwaltung“ befindlich bezeichnet wurden. Die Sicherungen müssen dem Landrat dann wohl ganz durchgeknallt sein, als er sich in die Richtung äußerte, dass es eine verkehrte Welt sei, wenn "selbsternannte Antifaschisten gegen Opfer des Faschismus vorgehen".
Tatsache ist, dass große Teile der deutschen Minderheit im Osten keine Opfer sondern Täter waren, und deshalb von den Mächten der Antihitlernkoalition umgesiedelt wurden. Oft waren sie die schlimmeren Nazis. Wie hätte ein Zusammenleben mit ihnen aussehen können?
Der Tag der Heimat 2002 in Düren hat erneut gezeigt, das er kein harmloses Zusammentreffen von Menschen ist, die sich an ihre ehemalige Heimat erinnern wollen.
Die Proteste waren notwendig. Sollte sich im BdV nichts grundlegend ändern, werden sie auch im nächsten Jahr notwendig bleiben.
Für alle diejenigen, die auch in diesem Jahr den nazifreundlichen BdV in Düren gegen die Proteste der Antifa in Schutz genommen haben gilt: entweder sie tun dies aus einer geistigen Verbundenheit mit ihnen oder aus Unwissenheit. Bei letzterem können wir helfen. (auch im Internet unter www.antifa-dueren.de). Vielleicht werden wir dann im nächsten Jahr wieder ein paar Mehr sein.
Antifa Düren, den 10. 9. 2002
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