von Antifa Düren - 5.11.2004 21:49
Für den 8. September lädt der KV Düren des "Bundes der Vertriebenen (BdV)" in die Stadthalle zum "Tag der Heimat". Als Festredner soll dieses Jahr Paul Latussek auftreten. Latussek ist Landesvorsitzender des BdV in Thüringen und des Präsidiums des BdV.
Wie bereits sein Vorredner Rüdiger Goldmann (Redner auf dem "Tag der Heimat" am 9. September 2000) unterhält Latussek intensive Verbindungen in das neofaschistische Lager.
So tritt er als Autor und Interviewpartner für zahlreiche einschlägige Zeitschriften auf:
Am 23. Januar 1998, 21. August 1998 und 19. März 1999 erscheinen Artikel von ihm in der Wochenzeitung "Junge Freiheit". Am 12. März 1999 und 17. März 2000 erscheinen Interviews mit Latussek in der JF. Die "Junge Freiheit" wird vom Verfassungsschutz NRW als rechtsextremistisch eingestuft und seit 1994 beobachtet. Nach Einschätzung des VS NRW trägt "die JF zur Verharmlosung der NS-Verbrechen bei" und stellt "die Allgemeingültigeit der Menschenrechte in Frage". Darüber hinaus erschien von ihm ein Artikel in der neofaschisstischen Zeitschrift "Nation & Europa", die ebenfalls vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet wird. 1995 erscheint ein Beitrag von Latussek in einem Buch des Hohenrain-Verlags (siehe zum Hohenrainverlag den Verfassungschutzbericht 2000). In diesem Band scheinen außerdem Beiträge von Jörg Haider (FPÖ) und Gerhard Frey (Vorsitzender der DVU). Im Mai 1998 wird Latussek in der "Deutschen Wochenzeitung" des DVU-Chefs Frey interviewt. Er war Interviewpartner der revisionistischen Zeitung "Der Schlesier" (Ausgabe 43 / 1996, zum "Der Schlesier" siehe Verfassungschutzbericht NRW). Und schließlich wird er im Dezember 2000 zusammen mit NPD - Mitglied und - Anwalt Horst Mahler als Referent für ein Seminar der "Deutschen Akademie" in Kaiserslautern angekündigt (Zur "Deutschen Akadmie" siehe Verfassungsschutzbericht 2000). Das "Handbuch deutscher Rechtsextremismus" beurteilt Latussek als "Vertriebenenfunktionär" mit Verbindungen ins offen rechtsextreme und ‘neurechte’ Lager".
Neofaschisten als Redner - das hat beim KV Düren des BdV Tradition!
Nicht zum ersten Mal treten in Düren beim "Tag der Heimat" Personen des äußerst rechten Spektrums auf. Die Veranstaltungen des BdV Düren werden immer offensichtlicher zum Mekka von Rechtsextremen. Bereits 1995 war Rechtsaußen Renate Sappelt zu Gast beim BdV in Düren. Im Jahr 2000 lud man Rüdiger Goldmann nach Düren ein, ein langjähriges Mitglied und ehemaliger Funktionär des von Neofaschisten durchsetzten "Witikobund" .
Mitterweile kann davon ausgegangen werden, das die Auswahl der dem Neofaschismus zuzuordnenden Festredner kein Zufall sondern Programm des BdV Düren ist.
Hierbei wurde und wird der BdV aktiv von lokalen Politikern unterstützt, die wie es im vergangenen Jahr der Landrat Spelthahn getan hat, die Schirmherrschaft über eine Veranstaltung übernehmen, auf der ein der rechtsextremen Szene zuzuordnender Redner auftritt.
Auch vom Bürgermeister Larue und dem CDU- Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Herrn Albert Esser sowie vielen anderen CDU Mitgliedern bekam der BdV Düren Schützenhilfe bei seinen Bestrebungen, rechtsextreme Festredner zur "Normalität" werden zu lassen. Dies liegt offensichtlich daran, dass der maßgeblich an der Auswahl der Redner beteiligte, der Herr Weschke, einer der Ihrigen ist.
Mit dem diesjährigen Redner Latussek haben die Funktionäre des BdV Düren ihre Kontinuität des Drangs hin zum Rechtsextremismus erneut unter Beweis gestellt..
Mit dem den neofaschistischen Spektrum eng verbundenen Latussek hat der Rechtsextreme Redner des Jahres 2000, Rüdiger Goldmann, einen "würdigen" Nachfolger gefunden!
Wir Antifaschistinnen und Antifaschisten werden dies auch in diesem Jahr nicht widerstandslos hinnehmen.
Wir fordern: Keinen Raum für Faschisten - weder in Düren noch anderswo!
Wir fordern die Politiker der Stadt und des Kreises Düren auf, keine Vertreter zum "Tag der Heimat" zu entsenden. Von den Betreibern der Stadthalle Düren fordern wir, dem BdV für seine Veranstaltung Keine Räume zur Verfügung zu stellen und den eventuell schon bestehenden Vertrag für die Raumnutzung zu kündigen. Vorsorglich fordern wir den Landrat Spelthahn und den Bürgermeister Larue auf, nicht die Schirmherrschaft über den "Tag der Heimat" zu übernehmen.
Alle Antifaschisten und Demokraten rufen wir zu Gegenaktionen am 8. September 2001 auf. Ein Vorbereitungstreffen findet am 30. August 2001 ab 19 Uhr in der KOMM-Kneipe, August - Klotz Str. 21 in Düren statt. Wir hoffen, dass sich in diesem Jahr auch die Gruppen an den Protesten gegen den Auftritt von Rechtsextremen in der Stadt Düren beteiligen, denen im letzten Jahr noch die Courage dazu fehlte.
Kein Fußbreit den Faschisten denn:
FASCHISMUS IST KEINE MEINUNG SONDERN EIN VERBRECHEN!
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