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9. September 2000: Antifaschistische Demonstration in Düren
von Antifa Düren - 5.11.2004 21:26

Gegen Naziterror, Rassismus und Revanchismus

Nazis im Kreis Düren

Auch der Kreis Düren wird von der allgemeinen Rechtsentwicklung nicht verschont. In einem Jugendheim in Inden treffen sich regelmäßig neofaschistisch beeinflußte Jugendliche.

Vor kurzem wurde ein Antifaschist in Düren tätlich angegriffen und übelst beschimpft. Letztes Jahr führten mindestens 15 militante Neonazis einen "Orientierungsmarsch " im Hürtgenwald durch. Dies sind nur einige Beispiele. Und nun soll auch noch ein Mitglied des neofaschistischen beeinflußten "Witikobundes" in Düren als Hauptredner beim "Tag der Heimat " des BdV auftreten.

"Tag der Heimat" ist immer noch ein Tag des Revanchismus.

Am 9. September 2000 lädt der Kreisverband Düren des "Bundes der Vertriebenen " (BdV) zum Tag der Heimat um 14.30 Uhr ins Hotel Düren Ost ein. Die Festrede in diesem Jahr soll der stellvertretende Landesvorsitzende des BdV Düsseldorf, Rüdiger Goldmann halten. Rüdiger Goldmann ist Mitglied der CDU und gehörte dem Düsseldorfer Landtag von 1985 bis 1990 an. Seit 1965 ist er Mitglied und Funktionär im neofaschistischen beeinflußten "Witikobund " . Seine Äußerungen in Leserbriefen und Interviews unter anderem in der Nazizeitung "Junge Freiheit " lassen den Hardliner und Antisemiten erkennen , der sich mit der Nachkriegsrealität der Grenzen in Europa nicht abfinden und Schlesien, Ostpreußen das Sudetenland und andere Gebiete wieder "Heim ins Reich " holen möchte.

Solche revanchistischen Forderungen stören das friedliche Zusammenleben in Europa und sind grundgesetzwidrig. Sie dürfen nicht geduldet oder gar gefördert werden. Wer mit seiner Anwesenheit auf Veranstaltungen dieser Art solche Leute aufwertet, muß sich nicht über den immer stärker werdenden Einfluss des Neofaschismus wundern.

Die alte Bundesregierung nahm den antisemitischen, rassistischen und geschichtsrevisionistischen "Witikobund" vor jeder Kritik in Schutz. Zum Beispiel äußerte sie auf Anfrage im Bundestag, dass sie beim "Witikobund" "keine eindeutigen Anhaltspunkte für rechtsextreme Bestrebungen erkennen könne ", obwohl ihr bekannt ist, dass der Witikobund eine völkische Traditionsgemeinschaft ehemaliger Funktionäre der NSDAP ist. Ihm gehören außerdem Funktionäre neofaschistischer Parteien und Organisationen wie z. B. Der NPD, JN (Jugendorganisation der NPD) und Republikaner an.

Auch die neue Bundesregierung sieht keinen Anlass, etwas gegen den "Witikobund" zu unternehmen.

Es ist ein Skandal, das die Vertriebenenverbände jährlich Zuschüsse vom Staat erhalten, obwohl offensichtlich ist, das neofaschistische Zusammenschlüsse wie zum Beispiel der "Witikobund" die größten Einflüsse innerhalb des "BdV" haben. Besonders empörend ist, das sich unter der Rot-Grünen-Regierung nichts grundlegend an der Finanzierung des "BdV" geändert hat. Die von der jetzigen Regierung vorgenommene finanzielle Einschränkung im Bereich der Kultur ist ein Taschenspielertrick, denn unterm Strich sind die Zuschüsse für den "BdV" genauso hoch wie unter der Kohlregierung. Sie liegen jährlich bei ungefähr 100 Millionen DM. Auf allen Ebenen werden Revanchistenverbände nicht nur geduldet, sondern auch gefördert.

Das Verhalten von Politikern der Stadt Düren zum "Tag der Heimat " wird ein erster Prüfstein für die Ernsthaftigkeit ihrer Sorge über den zunehmenden Neofaschismus sein. Am 9. September wollen wir ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Naziterror, Rechtsentwicklung und Revanchismus setzen. Wir rufen alle Menschen zur Teilnahme an der Demonstration auf.

Wir fordern:

- Keinen revanchistischen und rechtslastigen "Tag der Heimat "!

- Unantastbarkeit der europäischen Nachkriegsgrenzen!

- Keine finanzielle Förderung des BdV durch den Staat!

- Verbot aller faschistischen Parteien und Organisationen sowie ihrer Propaganda!

- Toleranz und Menschlickeit für alle hier lebenden Menschen!

- Keine fremdenfeindliche Gesetze (Ausländergesetz, Asylbewerberleistungsgesetz, Arbeitsverbot)

- Keine Abschiebungen! Bleiberecht für alle!

Sa, 9. September 2000: Antifaschistische Demonstration in Düren

Begin: 12 Uhr am Bahnhof; 12:30 Zwischenkunggebung in der Dürener Innenstadt, ab 14 Uhr Protestkundgebung vor dem "Hotel-Gasthof Düren-Ost) auf der Kölner Landstr.

Die Demo wird unterstützt von:

Antifaschistische Aktion Bergisch Gladbach/Leverkusen [AABGL], Antifa Jugendaktion Bergheim/Bedburg (AJAB), Antifa Bergheim und Umgebung [ABUU],Antifa Düren, Antifa K (Köln),Bürgerinitative Eschweiler "Gemeinsam gegen Neonazis", DKP Düren, DKP Kreis Krefeld/Viersen, Fachschaft 7/1 RWTH Aachen, Hildener Antifaschistische Initiative, infocafé aachen,Jusos Düren JungdemokratInnen/Junge Linke Duisburg ,Jungdemokratinnen/Junge Linke NRW,PDS KV Dortmund,PDS KV Düren, SDAJ Düren, "stattzeitung -alternatives stadtblatt für duisburg" , wissenschaftlich-humanitäres-komitee (whk) - Regionalgruppen Ruhrgebiet und Rheinland, "Verein für soziale Kultur e.V. Hilden" ( SoKult e.V. ), VVN-BdA Aachen, VVN-BdA Mönchengladbach


Einzelpersonen:

Lothar Böling MdR Stadt Düren (PDS/Offene Liste),Ernst Dmytrowski KTA Düren (PDS/Offene Liste), Astrid Keller MdR Stadt Dortmund (Linkes Bündnis)

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