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20.7.2002: Düren: Neonazi-Randale nach WM-Finale
von Antifa Düren - 5.11.2004 21:15

In vielen Städten kam es am Sonntag nach dem Fußball WM- Endspiel zu rassistischen und neonazistischen Übergriffen. Die Neonazis wurden durch die 2:0 Niederlage der DFB- Auswahl in Mark und Bein getroffen. Ihren Frust wandelten diese besonders stolzen Deutschen, in Gewalt gegen Menschen anderer Nationalität oder anderer politischer Einstellung um. Schwerpunkt der rassistischen und neofaschistischen Provokationen in der Region waren Düren und Eschweiler.

In Düren haben etwa 10- 15 Neonazis am Sonntag gegen 17.00 Uhr auf den Kaiserplatz eine Schlägerei provoziert. Einige der Nazis waren aus Langerwehe angereist. Dort wohnt Rene Laube. Das 22jährige NPD-Mitglied gehört zum harten Kern der neonazistischen „Kameradschaft Aachener – Land“. Laube schart um sich eine Gruppe jugendlicher Neonazis. Ebenfalls am Kaiserplatz gesichtet wurden die Büttgen-Brüder, ebenfalls NPD-Mitglieder und zur „Kameradschaft Aachener-Land“ gehörig, samt Vater (NPD). Die Aktion am Kaiserplatz kam keineswegs überraschend, sondern war bereits vor über zwei Wochen angekündigt. Unter dem Pseudonym „Panzer“ rief Rene Laube im Internet unverhohlen zu Mord und Totschlag auf. Im Gästebuch der „Kameradschaft Aachener-Land“ schrieb er:

„HEIL EUCH UND SCHOM HAT WIEDER DAS GROSS DEUTSCHE REICH GEWONNEN WIR WERDEN NOCH WELTMEISTER WIR ZIEHEN DURSCH DÜREN UND SINGEN DEUTSCHLAND DEUTSCHLAND ÜBER ALLES UND FÜR UNSERE ANTIFA BLUT MUSS FLIESEN KNÜPEL HAGE DICK UND SCHEISSEN AUF DIE :::::::::: UND WIR WASCHEN UNSERE PANZER MIT DEM BLUT DER P.D.S UND SO WEITER UND SOFORT KEIN FUSS BREIT DEN ROTEN GESINDEL MEHR TOLORANTZ FÜR NEO NAZIS IN DEM GANZE REICH UND HINÜBER RAUSS“

[alle Fehler im Original].

Ebenfalls zu Ausschreitungen kam es in Eschweiler. Dort provozierten Neonazis Schlägereien. Brasilianische Fußballfans wurden nach Informationen der Eschweiler Zeitung mit „Nazi-Parolen“ angepöbelt.

Diese Ereignisse nach Ende des WM-Endspiels zeigen deutlich, dass das runde Leder beim Fußballspiel oft nur Nebensache ist. Trotz der Niederlage fielen die „Fans“ in einen dumpf-nationalistischen Taumel. Vielerorts wurde mit stolz geschwellter Brust „Deutschland, Deutschland über alles“ gegrölt. Dazu passt die Parole von dem Unionsspitzenkandidat, Edmund Stoiber, die er kurz nach Ende des Finalspiels ausgab: die Deutschen hätten das Spiel als die Besseren verloren. Nicht auszumalen was alles geschehen wäre, wenn nicht die brasilianische Auswahl das Endspiel gewonnen hätte. Die neuerlichen rassistischen und faschistischen Provokationen in der Region am Sonntag zeigen erneut: die Aktivitäten der neofaschistischen „Kameradschaft Aachener Land“ wurde bislang von vielen unterschätzt. Wir rufen dazu auf, sich diesem braunen Spuk konsequenter entgegenzustellen, als bisher.

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