von s.p.u.n.k Aachen - 24.10.2004 12:00
Wir dokumentieren hier eine Pressemitteilung zur Hausbesetzung der Schildstr. 7
Am Abend des 23.10.2004 wurde das Haus in der Schildstrasse 7 besetzt.
Damit soll der Forderung nach einem selbstverwalteten Sozialen Zentrum
erneut Ausdruck verliehen werden.
Mit dieser Hausbesetzung wird die Stadt aufgefordert, eines ihrer leer
stehenden Häuser mit einem anliegenden Platz zur Verfügung zu stellen, um
darin ein soziales Zentrum mit Bauwagenplatz aufbauen zu können. Ein
soziales Zentrum soll ein selbstverwalteter Freiraum sein, der Menschen die
Möglichkeit bietet, sich außerhalb der Konsumzwänge unserer Gesellschaft zu
bewegen. Gerade in einer Zeit, in der soziale Kälte und unterdrückende
Strukturen mehr und mehr toleriert und sogar gefördert werden, ist die
Umsetzung von Alternativen unbedingt notwendig. Dafür soll ein Platz
geschaffen werden, in dem Kunst, Kultur und politische Arbeit sowie
alternative Wohnformen Raum finden. Dies soll in einem Rahmen geschehen, der
frei ist von faschistischen, rassistischen, sexistischen, hierarchischen und
homophoben Strukturen. Dafür wird von der Stadt keine finanzielle
Unterstützung erwartet, sondern nur eine ihrer leer stehenden Immobilien.
Die HausbesetzerInnen sind offen für Verhandlungen mit der Stadt und dem
Hausbesitzer/der Hausbesitzerin, um dem Ziel eines sozialen Zentrums näher
zu kommen.
Allerherzlichst
Ihre A-Town Squatting Crew
Programm im besetzten Haus (Schildstrasse 7, Aachen)
Kommt vorbei und macht mit!!
Samstag 23.10. Eröffnungsparty
Sonntag 24.10. ab 11h Veganer Brunch – danach grosses Tortenessen – bitte
Torten besorgen und
mitbringen (OpenEnd)
16:30h Selbstverteidigungsworkshop
Montag 25.10. 16:30h Selbstverteidigungsworkshop
19h preiswertes Essen für alle
20:30h Ken Loach Filmabend (Claras Song,
Land&Freedom)
Dienstag 26.10. 16:30h Selbstverteidigungsworkshop
18h Transpi- und Sprühschablonenworkshop
19h preiswertes Essen für alle
20h Generatorworkshop
21h Hoerspielabend
Mittwoch 27.10. 16:30h Selbstverteidigungsworkshop
18h Anti – Repressionsinfo & Tipps fuer
die Demo
19h preiswertes Essen für alle
20h Infocafe-Special: Bambule – der Film
Doku
der Hausbesetzungen in Aachen Anfang der 90er
Vorankündigung: Freitag 29.10. Reaggae Abend
Samstag 30.10. Demonstration: Freiräume
erkämpfen! Soziale Zentren und
Bauwagenplätze für Aachen und überall!
12:30h Aachen
Hbf!
Freiräume erkämpfen!!!!
Bauwagenplätze und soziale Zentren für Aachen und überall
Demo, Samstag, 30.10. um 12:30 Uhr, Aachen Hbf
Selbstbestimmte Freiräume, Kulturzentren und selbstbestimmter Wohnraum sind
in Zeiten sozialer Kälte und immer rascher voranschreitender Einschränkungen
von Freiheiten wichtiger denn je. Die gesellschaftliche Logik der
Verwertbarkeit des Menschen wird schon längst kaum mehr hinterfragt, der
Sozialabbau wird in einem wahnwitzigen Tempo vorangetrieben, wobei viele
buchstäblich auf der Strecke bleiben. Dazu kommen Ausgrenzung, steigende
Mieten durch „Stadtteilaufwertung“ und die völlige Isolation der Menschen.
Wirkliche Mitbestimmung existiert nicht. Ganze Städte werden zu
lebensfeindlichen Glaswüsten umsaniert, in denen Menschen nur als
Konsumobjekte wahrgenommen werden.
Ein politisches und kulturelles Zentrum in Selbstverwaltung, welches eine
positive Alternative gegen Rassismus, Sexismus, Rechtsextremismus, soziale
Repression etc. darstellt, fehlt in einer Stadt wie Aachen seit Jahren.
Kommerzfreie Kneipen und Cafés, Treffpunkte, die keinen dicken Geldbeutel
voraussetzen, Orte, an denen politische Arbeit kontinuierlich stattfinden
kann und die ein Raum der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Trends
und des Einmischens sind, Konzerträume, bezahlbarer Wohnraum, Platz für
viele derzeit raumlose Projekte (und diese Liste ließe sich ewig
weiterführen) sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein....
Lange genug gewartet! Wir wollen einen Freiraum in dieser Stadt schaffen,
der sowohl Platz für Politik und Kultur bietet, als auch einen Wagenplatz,
auf dem Menschen nach ihren Vorstellungen leben können, ohne sich in die
Konventionen einer Mietwohnung pressen lassen zu müssen. Es geht nicht
darum, eine „heile Welt“ zu konstruieren, denn wir leben nicht außerhalb
dieser Gesellschaft. Wir wollen uns einmischen, sichtbare Alternativen
leben, ein solidarisches Miteinander schaffen und den Versuch unternehmen,
einen Ort aufzubauen, der frei von Rassismen, Sexismen, homophoben,
autoritären, antisemitischen oder sonstwie unterdrückenden Verhaltensweisen
sein soll.
Also: Kommt vorbei, bringt Wägen, LKWs, alles was Krach und Spaß macht mit
und lasst uns dieser Stadt zeigen, dass sie uns nicht weiter ignorieren
kann.... Die Stadt sind wir alle!
Für eine herrschaftsfreie Welt
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