Antifaschistische Rundfahrt in Raum Aachen/Düren
Heute besuchten etwas 30-40 AntifaschistInnen verschiedene Neonazis im Raum Aachen/Düren, einerseits um AnwohnerInnen über ihre faschistischen Nachbarn zu informieren, andererseits um ein Zeichen zu setzen, dass Faschismus nicht geduldet werden kann und wird, und dass aufgrund der staatlichen Zurückhaltung in diesem Bereich jeder einzelne Mensch gefragt ist, antifaschistisch aktiv zu werden.

Vor dem Haus der "Libertas Brünn"
"Ostdeutsche" Verhältnisse herrschten am vergangenen Freitag in Stolberg. In der Kleinstadt bei Aachen versuchten Neonazis ein antifaschistisches Konzert anzugreifen. Am Samstag erhielten Neonazis aus der Region Aachen - Düren unerwünschten Hausbesuch.
Bereits in den frühen Morgenstunden des Freitags verstreuten Neonazis hunderte antisemitische Flugblätter rund um den Veranstaltungsort (Jugendheim) und auf dem Gelände einer angrenzenden Schule.
Kurz nach Beginn des Konzerts vor ein Autokorso mit ca. 20 – 25 zum Teil mit Eisenketten und Pfefferspray bewaffneten Neonazis am Veranstaltungsort vor. Darunter überwiegend Personen aus dem Umfeld der „Kameradschaft Aachener-Land“. Dabei waren u.a Dirk Müllejans (Stolberg), Rene Laube (Langerwehe), Karsten und Michael Büttgen (Düren) sowie Daniel Keller (Inden). Der versuchte Angriff wurde durch das schnelle eingreifen anwesender Antifaschisten verhindert. Laut Presseberichten soll einige Scheiben an den Autos der Faschos zu Bruch gegangen sein. Durch unsachgemäßen Gebrauch von Pfefferspray nebelten sich einige Faschos selbst ein und lösten so einen Auffahrunfall untereinander aus.
Nach dem Vorfall rückte sehr schnell die Polizei an. Den Neonazis, die noch immer etwa 200 m vom Konzert auf der Straße standen, wurde ein Platzverweis erteilt. Eine doch etwas sehr seltsame Maßnahme für einen versuchten bewaffneten Angriff. Die sich auf der Straße befindlichen Konzertbesucher wurden von der Polizei bedrängt, sich in das Jugendheim zu begeben. Ansonsten werde man das Konzert auflösen. Zitat eines Polizisten „Die (gemeint sind die Nazis) gehen erst weg, wenn ihr weg geht“. Stolberger Zustände!
Ziemlich bald rückte dann auch Verstärkung aus Köln (eine Hundertschaft) an. Die Zufahrtswege zum Konzert wurden weiträumig abgesperrt, jedes Auto wurde angehalten und kontrolliert. Außerhalb dieser Absperrung waren den ganzen Abend zahlreiche Faschos unterwegs.
In einer Kneipe am Atscher Eck sollen sich zwischenzeitlich bis zu 30 Neonazis befunden haben, die eine Gruppe von heimkehrenden Konzertbesuchern bedrohten.
Das Konzert war übrigens ein Erfolg: bis auf den einen Zwischenfall feierten 250 Besucher ungestört mit sechs guten Bands (von Rock bis Emocore).
Die Vorfälle haben gezeigt, dass antifaschistischer Widerstand in Stolberg dringend notwendig ist. Das Konzert war ein Auftakt. Die Faschisten werden es in Stolberg künftig nicht mehr leicht haben.
Am Samstag informierten Antifaschisten in der Region Aachen – Düren Anwohner über die Aktivitäten ihrer neonazistischen Nachbarn. Hierzu ein Bericht von http://www.myblog.de/showone.php?blog=klarmann&id=12715